Im Gespräch mit...
Kristin Assmann, Pflegedirektorin
Gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie geht es nicht nur um Diagnosen oder Symptome, sondern immer auch um die persönliche Geschichte und den Menschen dahinter.
Kristin Assmann, Pflegedirektorin
Welche besonderen Ereignisse oder Meilensteine in der Geschichte der Klinik sehen Sie als die wichtigsten Schlüsselmomente, die den Erfolg und die Entwicklung der Einrichtung geprägt haben?
Ich glaube, es gab viele wichtige Momente und Entwicklungen, die die Klinik geprägt haben. Besonders beeindruckend finde ich, dass sich die Klinik fachlich immer weiterentwickelt hat und dabei trotzdem nie den Blick für den einzelnen Menschen verloren hat. Gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist es wichtig, Kinder und Jugendliche individuell zu begleiten und nicht nur auf Diagnosen oder Schwierigkeiten zu schauen. Junge Menschen merken sehr schnell, ob sie wirklich ernst genommen werden. Dass sie hier gesehen, beteiligt und mit ihren eigenen Bedürfnissen wahrgenommen werden, macht aus meiner Sicht einen großen Unterschied. Auch die interprofessionelle Zusammenarbeit erlebe ich als etwas sehr Wertvolles. Gerade in unserem Bereich kann gute Behandlung nur gemeinsam gelingen. Dass unterschiedliche Berufsgruppen eng zusammenarbeiten und voneinander lernen, prägt die Klinik sehr.
Was ist Ihr persönlicher Schlüsselmoment in der Klinik, an den Sie gerne denken?
Ich denke oft an ganz normale Alltagssituationen zurück, an Momente, in denen gemeinsam Lösungen gefunden wurden, obwohl die Ausgangslage sehr schwierig war, oder an Situationen, in denen deutlich wurde, wie sehr sich Kolleginnen und Kollegen gegenseitig unterstützen. Besonders gerne erinnere ich mich an die vielen Begegnungen mit Mitarbeitenden. Zu sehen, wie Menschen im Laufe der Zeit Sicherheit gewinnen, Verantwortung übernehmen und ihren eigenen Platz finden, ist etwas sehr Schönes. Auch Fort- und Weiterbildungen spielen für mich eine wichtige Rolle. Ich schätze es, wenn neue Impulse entstehen, Menschen sich ausprobieren können und deutlich wird, wie viel Motivation und Entwicklung dadurch möglich ist. Genau dieses Miteinander und die Zusammenarbeit mit so vielen unterschiedlichen Menschen machen die Arbeit hier für mich besonders.
Wo sehen Sie die Einrichtung in 60 Jahren, welche Entwicklungen oder Veränderungen halten Sie für besonders wichtig?
Die Klinik in 60 Jahren wird anders aussehen. Sie sollte aber auch in Zukunft ein Ort bleiben, an dem Kinder und Jugendliche das Gefühl haben, wirklich wahrgenommen und ernst genommen zu werden. Gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie geht es nicht nur um Diagnosen oder Symptome, sondern immer auch um die persönliche Geschichte und den Menschen dahinter. In den nächsten Jahrzehnten werden sich viele Dinge verändern: gesellschaftliche Themen, die Bedürfnisse junger Menschen und auch die Anforderungen an die Versorgung. Dabei werden alternative und flexiblere Behandlungsformen immer wichtiger werden. Genauso wichtig wird es bleiben, gute Rahmenbedingungen für Mitarbeitende zu schaffen. Gerade in unserem Bereich braucht es Menschen, die engagiert zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und ihren Beruf langfristig mit Freude ausüben. Auch Fort- und Weiterbildungen werden weiterhin wichtig bleiben, nicht nur fachlich, sondern auch, um Mitarbeitenden Entwicklungsmöglichkeiten zu geben und neue Perspektiven zu eröffnen. Trotz aller Veränderungen würde ich mir wünschen, wenn die Klinik sich genau das bewahrt: gute fachliche Arbeit, ein wertschätzendes Miteinander und den Blick für den einzelnen Menschen.