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Weiterbildungscurriculum Westfalen-Lippe stärkt Akutversorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Im Rahmen des Weiterbildungscurriculums Westfalen-Lippe hat das LWL-Klinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Marl – Dortmund – Haardklinik eine fachlich fundierte Fortbildungsveranstaltung ausgerichtet und diese zugleich als Symposium gestaltet. Die Veranstaltung stand unter dem Thema „Modulare Akutpsychotherapie“ und bot den Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in moderne, flexible Behandlungskonzepte der Akutversorgung. Mehr als 80 Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Westfalen-Lippe nutzten die Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen und ihr Wissen zu vertiefen. In diesem Jahr richtete sich die Einladung erstmals auch an Mitarbeitende aus dem Psychotherapeutischen Dienst.

Weiterbildungscurriculum

Den Auftakt machte der Ärztliche Direktor des LWL-Klinikums Marl – Dortmund, Dr. Rüdiger Haas. In seinem Vortrag widmete er sich dem Thema Psychosen bei Kindern und Jugendlichen und erläuterte aktuelle Ansätze sowie Behandlungsmöglichkeiten in der Akutversorgung dieser Patient:innen.

Im Anschluss standen zentrale Herausforderungen im Umgang mit unterschiedlichen klinischen Situationen im Fokus. Ein Schwerpunkt lag auf der Betreuung von Patient:innen in akuten Sicherungsmaßnahmen. In diesem Zusammenhang gab Dr. med. Khalid Murafi, Chefarzt der Klinik Walstedde, Einblicke in die „Akutpsychotherapie während der Sicherungsmaßnahme“ und verdeutlichte die besonderen Anforderungen dieses anspruchsvollen Behandlungsfeldes.

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war der Umgang mit Suizidalität. Priv.-Doz. Dr. med. Robert Waltereit, Chefarzt des LWL-Klinikums Marsberg, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, erläuterte in seinem Vortrag „Suizidalität in der Akutpsychotherapie“ die diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen in akuten Krisensituationen.

Intensiver kollegialer Austausch

Praxisnahe Perspektiven zum Umgang mit emotionaler Instabilität und Borderline-Persönlichkeitsstörungen vermittelte Tanja Krabbe, Psychotherapeutische Fachleitung und Stationstherapeutin an der LWL-Universitätsklinik Hamm. Sie stellte bewährte Strategien aus der Arbeit mit Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren anschaulich vor.

Mit den komplexen Auswirkungen traumatischer Erfahrungen und dem Umgang mit posttraumatischen Belastungsstörungen setzte sich Univ.-Prof. Dr. med. Stefanie Horndasch, Klinikdirektorin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Evangelischen Klinikum Bethel auseinander. Ihr Vortrag verdeutlichte die besonderen Anforderungen an die Akutversorgung von Kindern und Jugendlichen mit Traumafolgestörungen.

Den Abschluss bildeten eine offene Diskussionsrunde und ein intensiver kollegialer Austausch, bei dem der Dialog zwischen etablierten und neuen therapeutischen Ansätzen im Vordergrund stand und die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, eigene Praxiserfahrungen einzubringen. Das große Interesse und die aktive Beteiligung machten deutlich, wie wertvoll diese Vernetzung für alle Beteiligten war. Auch wir als Ausrichter ziehen ein rundum positives Fazit: Die Vorträge und Diskussionen stießen auf durchweg positive Resonanz, und die erstmalige Teilnahme der Mitarbeitenden aus dem Psychotherapeutischen Dienst bereicherte den fachlichen Austausch und stärkte die interdisziplinäre Zusammenarbeit.